Der Drive DeVilbiss Rollator ist ein treuer Begleiter im Alltag, doch ohne regelmäßige Pflege leiden Funktion und Sicherheit. Schmutz, Nässe und Abnutzung sind die größten Feinde des Leichtgewichts. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Rollator in Topform halten und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
Wie reinige ich den Rahmen und die Kunststoffteile richtig?
Der silbereloxierte Aluminiumrahmen des Drive DeVilbiss Rollators ist robust, aber empfindlich gegenüber aggressiven Reinigern. Verwenden Sie ausschließlich lauwarmes Wasser mit einem milden Spülmittel (pH-neutral, ohne Scheuermittel). Ein weicher Mikrofasertuch oder Schwamm ist ideal – kratzende Schwämme oder Bürsten mit harten Borsten vermeiden Sie unbedingt, da sie die Schutzschicht angreifen. Für die schwarzen Kunststoffgriffe und die Sitzfläche aus Polyurethan genügt ein feuchtes Tuch. Hartnäckige Flecken (z. B. Vogeldreck oder Harz) weichen Sie vorher kurz ein. Wichtig: Trocknen Sie alle Teile nach der Reinigung mit einem weichen Tuch ab, besonders die Schraubenköpfe und Gelenke. Lassen Sie keine Nässe in den beweglichen Teilen stehen – das fördert Korrosion und Quietschgeräusche. Für die regelmäßige Grundreinigung reicht eine wöchentliche Auffrischung mit einem nebelfeuchten Lappen aus.
Besondere Vorsicht ist bei den Bremshebeln und der Bowdenzügen geboten. Hier darf kein Wasser eindringen. Wischen Sie diese Komponenten nur trocken oder allenfalls ganz leicht angetupft feucht aus. Ein spezieller Pflegeeinsatz für Fahrradbremszüge (z. B. von Caramba) kann helfen, die Züge geschmeidig zu halten – aber nur von außen aufgetragen. Für tiefer gehende Wartung verweisen wir auf unseren Beitrag zum Bremsensystem – Einstellen der Bremsen.
Denken Sie auch an die Räder: Reifen aus Vollgummi (meist 8 Zoll) sollten Sie mit einer weichen Bürste und Wasser reinigen, um festgesetzten Schmutz zu entfernen. Achten Sie auf kleine Steinchen in den Profilrillen – diese können die Lauffläche auf Dauer beschädigen. Kugellager sind zwar gekapselt, aber Trockenfahrten nach einer Nassreinigung sollten Sie vermeiden; lassen Sie den Rollator nach der Reinigung mindestens eine Stunde an der Luft trocknen, bevor Sie ihn wieder zusammenklappen.

Welche Pflege benötigt das Bremssystem regelmäßig?
Die Feststellbremsen des Drive DeVilbiss sind eine simple, aber effektive Mechanik. Sie arbeiten mit einer Stahlfeder, die beim Ziehen des Hebels den Bremsklotz auf das Hinterrad drückt. Pflegeaufwand: minimal, aber regelmäßig. Nach etwa 200 Kilometern Laufleistung oder vierteljährlich sollten Sie die Bremsen auf Spiel und Funktion prüfen. Ziehen Sie den Bremshebel – er muss mit moderatem Kraftaufwand leichtgängig einrasten. Wenn er zu schwergängig oder gar blockiert ist, kann ein Tropfen Öl (z. B. WD-40-Spezial-Spray) auf die beweglichen Gelenke (nicht auf den Bremsklotz selbst!) helfen. Wichtig: Überschüsse mit einem Tuch entfernen, da Öl auf der Bremsfläche zu verminderter Bremswirkung führt. Lesen Sie hierzu auch unseren speziellen Sicherheitscheck unter Drive DeVilbiss Rollator: Bremssystem im Sicherheitscheck.
Die Bowdenzüge sollten Sie auf Knicke oder Risse kontrollieren – besonders am Übergang zum Bremshebel. Ein gelegentliches Träufeln von dünnflüssigem Öl (z. B. Nähmaschinenöl) in den Zug an der oberen Öffnung hilft, die innenliegende Seele geschmeidig zu halten. Vermeiden Sie Überfettung – ein bis zwei Tropfen genügen. Nach der Schmierung den Bremshebel mehrfach betätigen, damit sich das Öl verteilt. Für eine detaillierte Anleitung zum Nachjustieren des Bremszugs empfehlen wir unseren Ratgeber Bremsen am Drive DeVilbiss Rollator einstellen. Ein Warnzeichen: Wenn die Bremsen nach dem Ziehen nicht sofort greifen oder quietschen, ist sofortige Wartung nötig – nicht zu lange zögern, denn die Sicherheit hat Priorität.
| Schadensbild | Selten dringend (Handlungsempfehlung) | Bald behandeln (Handlungsempfehlung) |
|---|---|---|
| Bremshebel schwergängig | Ein Tropfen Öl auf Gelenke | Bowdenzug austauschen, wenn Gleitöl nicht hilft |
| Quietschen der Bremsen | Reinigung der Bremsklötze mit Isopropanol | Klotz oder Zug wechseln bei fortgesetztem Geräusch |
| Kratzer im Alurahmen | Polieren mit Alu-Politur (feiner Lappen) | Tiefe Kratzer mit Klarlack versiegeln, sonst Korrosionsgefahr |
| Schmutz in Gelenken | Wöchentliches Abwischen mit Feuchttuch | Gelenke zerlegen, reinigen und mit Spezialfett schmieren |
| Wasser im Klappmechanismus | Trockenlegen und mit Druckluft auspusten | Gelenk ölen und auf Dichtigkeit prüfen |
Wie behebe ich Quietschgeräusche und vermeide Rost?
Hören Sie beim Schieben ein störendes Quietschen? Häufigste Ursachen sind trockene Achsen der Hinterräder oder verklemmte Schmutzpartikel in den Laufradgelenken. Zuerst prüfen Sie, ob die Räder sauber laufen. Nehmen Sie den Rollator (nach Abnehmen des Korbes) und drehen Sie die Räder von Hand. Ein gleichmäßiges, leichtes Geräusch ist normal. Ruckeln oder Knacken deutet auf Fremdkörper hin. Entfernen Sie diese mit einer Pinzette oder Druckluft. Danach einen Tropfen Silikonöl oder Fahrradkettenöl (dünnflüssig) auf die Achsmutter geben – aber nur dort, wo das Rad auf der Achse sitzt, nicht auf die Lauffläche. Ein Klassiker sind auch die Sitzschienen: Wenn die Sitzfläche beim Hinsetzen knarzt, tragen Sie etwas Talkum (Puder) oder Silikonspray auf die Kontaktflächen der Schienen auf. Das vermeidet Reibungsgeräusche effektiv.
Rostgefahr besteht vor allem an den ungeschützten Schrauben und den Federn des Klappmechanismus. Silberne Schrauben sind meist aus Edelstahl, aber die schwarzen Schrauben (oft beim Korbhalter) können rosten. Tupfen Sie im Herbst/Winter nach jedem Regenguss einen dünnen Film Korrosionsschutzöl (z. B. Ballistol) auf die beweglichen Teile – das verdrängt Wasser. Für den Rahmen selbst ist keine Rostbehandlung nötig, da Aluminium nicht rostet. Aber Vorsicht bei Kontakt mit Streusalz: Die feinen Kristalle können die Eloxalschicht angreifen. Spülen Sie nach Salzkontakten den Rollator sofort mit Süßwasser ab. Weitere Tipps zur Winterlagerung finden Sie in unserem Beitrag Drive DeVilbiss Rollator richtig lagern.
Wie pflege ich die Reifen und Räder richtig?
Der Drive DeVilbiss ist standardmäßig mit 8-Zoll-Vollgummireifen ausgestattet – pannensicher, aber nicht wartungsfrei. Prüfen Sie monatlich den Luftdruck? Bei Vollgummireifen entfällt das, aber die Lauffläche nutzt sich mit der Zeit ab. Ein Indikator: Wenn die glatte Unterseite des Reifens sichtbar wird oder Risse entstehen, ist ein Austausch nötig. Lebendauer der Originalreifen liegt bei etwa 2.000 bis 3.000 Kilometern, abhängig von Untergrund (Asphalt vs. Pflaster). Reinigen Sie die Reifen mit einer weichen Bürste und Wasser; seifen Sie sie ein, um festgebrannten Schmutz zu lösen. Für die Radnaben (Lager) genügt eine einfache Trockenreinigung. Wenn die Räder beim Drehen ein knirschendes Geräusch von sich geben, kann das Lager verschlissen sein. Ein Tropfen dünnflüssiges Öl in das Lagergehäuse (über die Speichenöffnung) kann vorübergehend helfen; für einen dauerhaften Zustand müssen die Lager jedoch ersetzt werden – idealerweise durch einen Fachhändler. Die Kugellager sind meist zweireihige Rillenkugellager (z. B. 608ZZ), die man für wenige Euro austauschen kann. Lesen Sie dazu auch unseren Vergleich Drive DeVilbiss vs. Alber Aktiv: Der große Vergleich für Hinweise zu unterschiedlichen Radtypen.
Ein Tipp zur Laufleistung: Drehen Sie die Räder gelegentlich an einer Stelle, an der sie sich nicht im Dauergebrauch befinden – das verhindert Standplatten (Einlaufen der Gummimischung). Bewahren Sie den Rollator am besten so auf, dass die Räder nicht ständig auf dem Boden liegen (z. B. zusammengeklappt an der Wand lehnend).
Was muss ich bei der Pflege des Klappmechanismus beachten?
Der Klappmechanismus des Drive DeVilbiss ist eine schlaue Konstruktion mit einem zentralen Hebel und einer Sicherungsfeder. Hier ist besondere Vorsicht geboten: Schmutz und Trockenheit führen zu Hakeln oder sogar zum Klemmen. Nach etwa jedem 50. Klappvorgang sollten Sie den Mechanismus mit einem dünnflüssigen Öl (z. B. Nähmaschinenöl) oder einem Trockenschmierstoff (z. B. WD-40 Trocken-Schmierstoff) behandeln. Sprühen Sie gezielt auf die beweglichen Gelenke – aber nicht auf die Kunststoffteile des Griffs. Danach den Rollator mehrmals auf- und zuklappen, damit sich das Öl verteilt. Überflüssiges Öl mit einem Tuch abwischen, da es sonst Staub anzieht. Achten Sie auch auf die Führungsstifte: Diese kleinen Metallstifte mit Plastikkappen können mit der Zeit abbrechen. Ersatz gibt es beim Hersteller für etwa 2–3 Euro pro Stück. Wenn der Klappmechanismus schwergängig ist, prüfen Sie zuerst, ob die Schrauben an der Basis locker sind – das ist typisch nach längerem Gebrauch. Ziehen Sie sie nach (Drehmoment ca. 5 Nm, handfest). Eine vollständige Anleitung finden Sie in unserem Test Klappmechanismus des Drive DeVilbiss Rollators im Test.
Ein weiterer Tipp: Der Klapphebel sollte nur in eine Richtung gedrückt werden – nicht mit Gewalt umknicken. Führt der Mechanismus korrekt, ist er leichtgängig. Wenn Sie spüren, dass Sie kräftig drücken müssen, liegt ein Problem vor (z. B. verdrehte Sicherungsfeder). In diesem Fall den Rollator nicht gewaltsam zusammenpressen, sondern die Mechanik auseinandernehmen und reinigen. Ein Serviceintervall von einmal jährlich ist empfehlenswert, wenn Sie den Rollator täglich nutzen.
Was sagen die Nutzer – typische Pflegeerfahrungen?
Viele Anwender berichten, dass der Drive DeVilbiss nach einem Jahr noch fast wie neu aussieht, wenn man ihn regelmäßig abwischt. Ein Nutzer aus Hannover schrieb: „Ich habe den Rollator seit 18 Monaten, putze ihn einmal pro Woche mit Spülmittelwasser – keine Spur von Rost oder Quietschen. Einmal war ein Stein in der Bremse, den habe ich mit einer Pinzette entfernt, danach lief alles wieder.“ Ein anderer Besitzer bemängelt jedoch die weichen Reifen: „Nach 1500 Kilometern sind die Originalreifen an der Vorderseite abgenutzt und müssen gewechselt werden – das sollte man im Pflegeplan berücksichtigen. Ich habe jetzt etwas gröbere Reifen aufgezogen, die halten besser.“
Ein dritter Tipp aus der Community: „Wer den Rollator viel draußen nutzt, sollte die Bremsbowdenzüge einmal im Monat ölen – sonst werden sie schwergängig. Ich verwende Silikonspray, das zieht keinen Staub an.“ Viele sind zufrieden mit der einfachen Pflege, wünschen sich aber ab Werk eine bessere Versiegelung der Schrauben. Ein erfahrener Nutzer ergänzt: „Mit einem Edelstahlschraubensatz (gebraucht ca. 10 Euro) kann man die Originalschrauben ersetzen – dann hat man Ruhe. Ich habe das gemacht und bin jetzt völlig sorgenfrei. Die nötige Anleitung findet man in der Bedienungsanleitung von Drive DeVilbiss.“
Häufig gestellte Fragen zur Pflege und Reinigung
Frage 1: Kann ich den Rollator mit einem Hochdruckreiniger säubern?
Unbedingt vermeiden! Der starke Wasserstrahl drückt Feuchtigkeit in Lager, Bremszüge und Klappmechanismus. Das führt zu Korrosion und Funktionsausfällen. Nur mit nebelfeuchtem Tuch arbeiten.
Frage 2: Wie oft sollte ich die Bremsen schmieren?
Alle drei Monate oder nach etwa 200 Kilometern. Bei Nässegebrauch häufiger (nach jedem Regen). Verwenden Sie ein dünnflüssiges Öl oder Silikonspray nur an den Gelenken – nicht auf den Bremsklötzen.
Frage 3: Darf ich den Rollator in der Waschmaschine waschen?
Nein, das ist nicht empfehlenswert. Die Kunststoffteile könnten brechen, und die Mechanik wird beschädigt. Handwäsche mit einem Lappen ist die einzig sichere Methode.
Frage 4: Was tun bei hartnäckigen Flecken auf der Sitzfläche?
Die Sitzfläche aus PU-Kunststoff verträgt milde Seifenlauge. Bei starken Verfärbungen (z. B. Kaffee) ein Gemisch aus Backpulver und Wasser auftragen, einwirken lassen und abwischen. Keine Lösungsmittel oder Alkohol.
Frage 5: Muss ich den Rollator nach dem Winter einlagern?
Nach der Wintersaison eine gründliche Reinigung und Trocknung durchführen. Dann die beweglichen Teile ölen und in einem trockenen Raum lagern. Details dazu im Artikel Rollator richtig lagern.
Frage 6: Kann ich die Reifen austauschen?
Ja, die Reifen sind austauschbar. Originalreifen kosten etwa 15–20 Euro pro Stück. Achten Sie auf identische Größe (8 Zoll, 20 mm Achsdurchmesser). Für den Einbau brauchen Sie einen Inbusschlüssel und etwas Geschick. Ein Wechsel ist alle zwei Jahre bei täglicher Nutzung empfehlenswert.



