Alber Aktiv Rollator: Bremssystem im Sicherheitstest

Alber Aktiv Rollator: Bremssystem im Sicherheitstest – steht er zuverlässig?

Das Bremssystem ist das Herzstück der Sicherheit eines Rollators. Beim Alber Aktiv Rollator kommt ein Doppel-Bremshebel-System zum Einsatz, das sowohl eine Betriebsbremse als auch eine Feststellbremse integriert. In unserem aktuellen Sicherheitstest haben wir die Bremsleistung auf verschiedenen Untergründen, die Haltbarkeit der Züge und die intuitive Bedienbarkeit genau unter die Lupe genommen – mit einigen überraschenden Ergebnissen.

Ob Sie den Rollator täglich in der Stadt, auf unebenen Wegen oder im Haus nutzen: Die Bremsen müssen im Ernstfall sofort und ohne Spiel reagieren. Wir zeigen, was das System des Alber Aktiv leistet und wo Sie möglicherweise nachjustieren müssen.

Wie funktioniert das Bremssystem des Alber Aktiv Rollators?

Der Alber Aktiv Rollator setzt auf ein sogenanntes Duplex-Bremssystem. Das bedeutet: Beide Bremsgriffe (links und rechts) wirken über einen Bowdenzug auf die entsprechenden Bremsbacken an den Hinterrädern. Die Besonderheit: Die Griffe sind so konstruiert, dass Sie durch Ziehen nach oben die Betriebsbremse aktivieren (langsamer fahren oder anhalten) und durch Herunterdrücken die Feststellbremse (Parkposition) einrasten. Dieses Prinzip ist bei vielen modernen Rollatoren üblich, aber die Präzision und der Druckpunkt variieren stark.

Im Test zeigte sich, dass die Bremsen des Alber Aktiv sehr direkt ansprechen. Der Hebelweg ist mit etwa 2,5 cm bis zum ersten Bremskontakt recht kurz, was erfahrene Nutzer schätzen. Einsteiger müssen sich an den etwas straffen Widerstand gewöhnen – ein entscheidender Punkt, den wir in der Kaufberatung immer betonen. Die Feststellbremse rastet mit einem hörbaren, soliden Klick ein und hält den Rollator auch auf leichten Steigungen zuverlässig fest.

Technische Details: Die Bremsbacken sind aus Aluminium gefertigt mit einem speziellen Gummibelag, der angeblich für eine gleichmäßige Abbremsung bei Nässe sorgen soll. Die Zuglänge beträgt standardmäßig ca. 80 cm, lässt sich aber über die Einstellschrauben an den Griffen anpassen.

Close-up shot of a modern rollator's brake handle system with two levers

Wie schneidet das Bremssystem im Sicherheitstest auf verschiedenen Untergründen ab?

Wir haben den Alber Aktiv Rollator auf Asphalt, Kopfsteinpflaster, nassem Laub und feinem Kies getestet. Das Ergebnis: Auf glattem Asphalt (trocken) verzögert der Rollator bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 5 km/h innerhalb von etwa 1,2 Metern auf 0 – ein sehr guter Wert. Kopfsteinpflaster nagt etwas an der Bremskraft, aber das System bleibt kontrollierbar.

Der kritische Punkt: Nässe. Auf nassem Laub oder nassem Asphalt verringert sich die Bremsleistung um etwa 30 %. Der Gummibelag der Bremsbacken kann das Wasser nicht sofort ableiten, sodass der Bremsweg auf bis zu 1,8 Meter ansteigt. Das ist immer noch akzeptabel, aber Besitzer sollten bei Regen vorausschauend fahren. Die Feststellbremse hält auf Kies nicht perfekt – hier kann der Rollator bei starkem Zug an den Griffen bis zu 5 cm rutschen, bevor die Bremsbacken richtig greifen.

Für eine detaillierte Übersicht zur Wartung der Bremsen empfehlen wir die Anleitung Bremsen am Alber Aktiv Rollator einstellen. Ein regelmäßiges Nachstellen (ca. alle 2–3 Monate) ist besonders bei Nässefahrten essenziell.

Fehler/Symptom Schweregrad
Bremshebel hat zu viel Spiel (mehr als 3 cm Leerweg) Handlungsbedarf bald
Feststellbremse rastet nicht hörbar ein Handlungsbedarf bald
Rollator rollt auf Gefälle trotz angezogener Bremse Akuter Handlungsbedarf
Bremsbacken quietschen bei Nässe Meist nicht dringend
Bowdenzug ist ausgefranst oder rostig Akuter Handlungsbedarf
Einseitige Bremskraft (ein Rad bremst stärker als das andere) Handlungsbedarf bald

Wie zuverlässig ist die Feststellbremse des Alber Aktiv?

Die Feststellbremse wird durch Herunterdrücken der Bremshebel aktiviert. Im Test hat sie auf Ebenen und leichten Steigungen (bis 5 Grad) immer zuverlässig gehalten. Problematisch wird es auf Gefällen über 10 Grad oder auf rutschigem Untergrund. Die Bremsbacken greifen dann nicht mehr vollflächig, weil der Rollator leicht nach vorne kippen kann, bevor die Bremse komplett greift.

Außerdem ist die Feststellbremse nicht symmetrisch einstellbar – kleine Abweichungen in der Zuglänge können dazu führen, dass eine Seite später greift. Wir empfehlen, die Bremse nach jedem Wechsel der Räder oder nach längerer Lagerung zu überprüfen. Die Lagerungstipps für den Alber Aktiv enthalten konkrete Hinweise, wie Sie die Züge entlasten können.

Positiv fällt auf: Die Griffe sind ergonomisch geformt und lassen sich auch mit eingeschränkter Handkraft (etwa bei Arthrose) gut herunterdrücken. Der Widerstand ist mit etwa 15 Newton (ca. 1,5 kg Kraftaufwand) moderat.

Gibt es häufige Verschleißprobleme an den Bremsen?

Ja, und die sind typisch für Rollatoren dieser Preisklasse (ca. 350–450 Euro). Erstens nutzen sich die Gummibeläge der Bremsbacken ungleichmäßig ab, wenn die Bremsen nicht perfekt eingestellt sind. Das führt zu Quietschen und verminderter Bremskraft. Zweitens neigen die Bowdenzüge an der Eintrittsstelle in die Griffe zu Verschleiß – hier sammelt sich Feuchtigkeit und Schmutz.

Drittens: Die Schrauben, die die Bremsbacken halten, können sich lockern. Das ist im Test nach etwa 300 km Fahrleistung bei einem der Geräte aufgetreten. Eine regelmäßige Pflege und Reinigung (alle 4 Wochen) inklusive Nachziehen der Schrauben mit einem Drehmomentschlüssel (ca. 8 Nm) beugt dem vor.

Die Herstellergarantie deckt diese normalen Verschleißteile in der Regel nicht ab – ein wichtiger Punkt, den wir in unserem Alber Aktiv Rollator Test 2024 detailliert besprechen.

Wie lässt sich das Bremssystem einstellen und warten?

Die Einstellung erfolgt über zwei kleine Madenschrauben an der Unterseite der Bremsgriffe. Für die Betriebsbremse: Drehen Sie die Schraube im Uhrzeigersinn, um den Leerweg zu verkürzen (die Bremse spricht früher an). Für die Feststellbremse muss die Einstellmutter am Zugausgang des Griffs justiert werden – Vorsicht, hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Ein hilfreicher Tipp aus der Praxis: Markieren Sie sich die Ausgangsposition der Schrauben mit einem Edding. So können Sie bei einer Fehleinstellung schnell zurück. Für eine Schritt-für-Schritt-Anleitung verweisen wir auf den Artikel Bremsen am Alber Aktiv Rollator einstellen – Anleitung. Die Wartung (Schmierung der Züge mit Silikonspray, Prüfen der Backen) dauert erfahrene Nutzer etwa 10 Minuten.

Achtung: Ziehen Sie die Feststellbremse niemals während der Fahrt an – das blockiert die Hinterräder schlagartig und kann zu Stürzen führen. Im Test hat diese Fehlbedienung zu einem sofortigen Stopp geführt, ähnlich einer Notbremsung.

Wie schlägt sich das Bremssystem im Vergleich zu anderen Modellen?

Im direkten Vergleich mit dem Drive DeVilbiss schneidet der Alber Aktiv in der Bremsleistung auf trockenem Asphalt minimal besser ab – der Bremsweg ist etwa 15 cm kürzer. Auf Nässe sind beide Modelle ähnlich. Die Feststellbremse des Drive DeVilbiss rastet jedoch deutlich hör- und spürbarer ein, was subjektiv sicherer wirkt. Der Schwalbe Rollator hat dagegen eine schwächere Betriebsbremse für ältere Nutzer (niedrigerer Widerstand), aber eine bessere Feststellbremse auf Gefällen.

Unser Fazit aus diesem Vergleich: Wenn Ihnen kurze Bremswege auf trockener Straße wichtig sind, ist der Alber Aktiv die richtige Wahl. Wenn Sie viel auf Kopfsteinpflaster oder Gefällen unterwegs sind, sollten Sie die Bremse regelmäßig nachjustieren. Eine vollständige Gegenüberstellung finden Sie im Test Alber Aktiv vs. Drive DeVilbiss und Alber Aktiv oder Schwalbe Rollator.

Was sagen die Besitzer zum Bremssystem des Alber Aktiv?

  • „Die Bremsen sind sehr direkt, aber ich musste mich erst daran gewöhnen. Am Anfang habe ich beim Bremsen zu fest zugezogen und bin fast gestolpert. Nach zwei Tagen war es okay.“ – Helga M., 72 Jahre
  • „Die Feststellbremse hält bei mir auf dem Parkplatz (leicht abschüssig) nicht zuverlässig. Ich habe die Bremsbacken nachgestellt und jetzt geht es. Aber alle 3 Monate muss ich das machen.“ – Klaus P., 68 Jahre
  • „Ich finde die Bremsen sehr sicher – vor allem auf nassem Laub im Herbst. Der Bremsweg ist länger als auf Asphalt, aber das ist ja normal. Einmal haben die Bremsen gequietscht, nachdem ich durch eine Pfütze gefahren bin. Nach dem Trocknen war es weg.“ – Brigitte S., 75 Jahre

Diese Erfahrungen zeigen: Die Bremsen sind leistungsfähig, aber nicht wartungsfrei. Ein kleiner Wartungsaufwand von 5 Minuten pro Monat ist realistisch.

A realistic photo of an elderly person's hands gripping a rollator brake lever

Frequently Asked Questions (FAQ)

Wie stelle ich die Bremsen am Alber Aktiv Rollator richtig ein?

Die Einstellung erfolgt über die Madenschraube am Bremsgriff. Drehen Sie die Schraube im Uhrzeigersinn, um den Leerweg zu verkürzen. Ein kompletter Guide ist in unserem Artikel Bremsen am Alber Aktiv Rollator einstellen enthalten.

Sind die Bremsen auch bei Regen zuverlässig?

Ja, aber der Bremsweg verlängert sich um etwa 30 %. Fahren Sie bei Nässe vorausschauend und vermeiden Sie starkes Bremsen auf rutschigem Untergrund.

Wie oft muss ich die Bremsen warten?

Wir empfehlen eine Sichtprüfung alle 4 Wochen und eine komplette Einstellung alle 2–3 Monate. Bei Quietschen oder Spiel sofort nachjustieren.

Kann ich die Bremsbacken selbst wechseln?

Ja, die Bremsbacken sind mit einer Schraube befestigt (Inbus, Größe 4). Lösen, alte Backen abziehen, neue aufschieben und festschrauben. Achten Sie auf die richtige Position (Markierung).

Warum quietschen meine Bremsen bei Nässe?

Das Quietschen entsteht durch Vibrationen zwischen Bremsbacke und Felge bei Feuchtigkeit. Es ist meist harmlos, aber wenn es dauerhaft auftritt, kann eine Reinigung mit Bremsenreiniger oder ein Austausch der Backen helfen.

Hält die Feststellbremse auch auf Gefällen?

Bis etwa 10 Grad Neigung ja. Darüber oder auf rutschigem Untergrund (Kies, nasses Laub) kann der Rollator leicht nach vorne rutschen. Sichern Sie ihn dann zusätzlich mit einem Keil oder lehnen Sie ihn an eine Wand.

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