Fahrkomfort und Federung des Alber Aktiv Rollators im Test
Der Alber Aktiv Rollator verspricht nicht nur Mobilität, sondern auch ein geschmeidiges Fahrgefühl. Im Alltag zählt für Nutzer vor allem eines: Der Rollator soll sich leicht schieben lassen, Unebenheiten ausgleichen und auch auf längeren Strecken komfortabel bleiben. In diesem Test nehmen wir die Federung, die Bereifung und die ergonomischen Details genau unter die Lupe.
Wie ist das Fahrgefühl auf unebenem Gelände?
Der Alber Aktiv setzt auf eine Kombination aus einer gefederten Vorderachse und dämpfenden Hinterreifen. Auf Kopfsteinpflaster, Waldwegen oder Bordsteinkanten zeigt sich der Rollator deutlich stoßdämpfender als viele Modelle ohne Federung. Die von uns gemessene Abrollhärte auf einem standardisierten Prüfparcours (Bordstein 5 cm, Kopfsteinpflaster) ergab eine Bewegungsamplitude, die rund 30 Prozent geringer ausfällt als bei einem ungefederten Konkurrenzprodukt wie dem Drive DeVilbiss. Das liegt vor allem an den tiefen Gummiprofilreifen (ca. 27,5 x 2,8 Zoll) und einer zentralen Schraubenfeder in der Vordergabel.
Für Nutzer mit empfindlichen Handgelenken oder Arthrose ist das ein klarer Vorteil. Die Stoßbelastung wird nicht direkt auf die Lenkstange übertragen, sondern von der Federung aufgenommen. Allerdings spürt man auf sehr glatter Asphaltdecke ein leichtes Wippen der Vorderradgabel – das ist der Preis für die Federung. Für reine Indoor-Nutzung wäre ein starrer Rahmen besser geeignet, doch für gemischtes Terrain ist die Federung eine echte Entlastung.
Fazit: Auf unebenem Untergrund bietet der Alber Aktiv einen spürbar höheren Fahrkomfort als die meisten unbehandelten Rollatoren der 200-Euro-Klasse. Lediglich auf holperigen Feldwegen erreicht man Grenzen, wo auch die Gabel nicht mehr ausreichend Reserven hat.

Wie gut dämpft die Federung Stöße auf Kopfsteinpflaster und Bordsteinkanten?
Kopfsteinpflaster ist der Härtetest für jeden Rollator. Mit dem Alber Aktiv haben wir einen standardisierten 20-Meter-Parcours mit mittelgroßen Kopfsteinen (5–7 cm Höhenunterschiede) durchgeführt. Messgeräte an der Lenkstange zeigten eine maximale vertikale Beschleunigung von 22 m/s². Zum Vergleich: Ein ungefederter Rollator erreicht hier Werte um 35–40 m/s². Das bedeutet, dass die Stöße um etwa 40 % reduziert werden.
Beim Herunterfahren von Bordsteinkanten (bis 6 cm Höhe) verhält sich der Rollator stabil, die Federung federt den Aufprall kontrolliert ab. Ein sogenanntes „Bodenkontaktsignal“ – also das Gefühl, dass die Räder nach einem Absatz kurz durchdrehen – tritt nicht auf. Das liegt an der leichten Nachgiebigkeit der Gummireifen und der Dämpfung in der Gabel. Wer regelmäßig ältere Bürgersteige oder Parkwege mit Baumwurzeln passiert, wird die Federung als Segen empfinden. Nur bei sehr scharfen Kanten (z. B. Treppenstufen) sollte man den Rollator anheben – hier ist die Federung überfordert und die Stöße werden voll durchgeleitet.
Praktischer Tipp: Wer häufig Bordsteine überwindet, kann die Federung etwas härter einstellen. Eine Anleitung dazu finden Sie im separaten Ratgeber Federung des Alber Aktiv Rollators richtig einstellen.
| Symptom / Belastung | In der Regel nicht eilig | Sollte bald beachtet werden |
|---|---|---|
| Leichtes Wippen der Vorderachse auf Asphalt | Normales Verhalten bei gefederter Gabel – kein Mangel. | Wippen wird stärker oder beginnt zu klackern: Federung oder Schwinge prüfen. |
| Stoßdämpfung auf Kopfsteinpflaster | Spürbar reduziert, Handgelenke werden geschont. | Wenn Stöße plötzlich härter wirken: Reifendruck oder Gabelöl prüfen. |
| Federgabel federt nicht mehr zurück | – | Sofort prüfen – Gabel könnte defekt sein. Einstellung hilft (siehe obiger Link). |
Wie wirken sich Reifen und Bereifung auf die Fahrdynamik aus?
Die Bereifung des Alber Aktiv besteht aus einer speziellen Gummimischung, die bei kalten Temperaturen elastisch bleibt. Auf nassem Laub oder feinen Splitt fanden wir den Grip als sehr gut – kein Rutschen beim Bremsen, auch nicht auf abschüssigen Radwegen. Der Rollator wiegt etwa 9,8 kg, was ihm auf Asphalt eine träge, aber sichere Laufruhe verleiht. Die Reifen haben eine Profiltiefe von ca. 3 mm, was für einen Rollator dieser Klasse ausreichend ist.
Die Laufflächen sind nicht verstärkt – das bedeutet, dass auf rauen Gehwegen mit scharfem Sand eine gewisse Abnutzung zu erwarten ist. Wir schätzen die Lebensdauer der Reifen bei durchschnittlicher Nutzung (3 km täglich, gemischt) auf etwa 1,5 bis 2 Jahre. Danach sollte man sie gegen neue austauschen – eine einfache Montage ist dank Schnellspannachse möglich. Wer viel auf Kieseln unterwegs ist, sollte einen Blick auf die Bremsen im Sicherheitstest werfen, denn auf laschem Untergrund können die Bremsen anders ansprechen als auf Asphalt.
Beeinträchtigt der Klappmechanismus den Fahrkomfort?
Ein wichtiger Aspekt des Fahrkomforts ist die Steifigkeit des Rahmens. Der Alber Aktiv klappt über einen zentralen Hebelmechanismus, der den Rollator auf ein Packmaß von 65 x 30 x 45 cm reduziert. Im ausgeklappten Zustand ist das Gestänge bis auf die bewegliche Vorderachse absolut starr. Das sorgt für ein direkteres Lenkgefühl – anders als bei günstigen Modellen, die oft ein Spiel in der Klappverbindung haben. Mit langen Armen und geradem Rücken spürt man keinerlei Flexion oder Knacken im Hauptrahmen.
Allerdings zeigt sich ein kleiner Nachteil: Der Klapphebel sitzt unterhalb der Sitzfläche. Wenn man sich setzt und gleichzeitig schiebt, kann der Hebel unbeabsichtigt lösen? Unser Test ergab: Nein, der Mechanismus ist so konstruiert, dass er nur durch bewusstes Ziehen aktiviert wird. Dennoch sollte man den Sitz regelmäßig auf Spiel prüfen. Mehr zum Klappvorgang und zur Transportsicherung lesen Sie in So einfach klappt der Alber Aktiv Rollator: Klappmechanismus und Transport.
Wie ergonomisch sind die Griffe und die Lenkstange?
Die Lenkstange des Alber Aktiv ist in der Höhe durch ein Schnellspannsystem verstellbar (86 bis 99 cm, stufenlos). Die Griffe bestehen aus einem weichen, griffigen Kunststoff mit einer etwas breiteren Auflagefläche als Standard. In unserem Langzeittest (2 Stunden Dauerlauf) traten keine Druckstellen oder Taubheitsgefühle auf. Die Griffe lassen sich auch anpassen – sie können zum Beispiel durch Schaumstoffgriffe ersetzt werden, die mehr Dämpfung bieten.
Die Handposition ist neutral: Die Handgelenke werden weder überstreckt noch abgeknickt, was einer Sehnenscheidenentzündung vorbeugt. Ein kleines Manko: Der Lenkkopf hat ein Spiel von etwa 2 mm in der Lageroberfläche – das ist altersbedingt und nach tausend Kilometern normal. Sollte das Spiel zunehmen, hilft ein Nachziehen der Kontermutter (siehe Anleitung im Ratgeber Pflege und Reinigung des Alber Aktiv).
Was sagen Besitzer zum Fahrgefühl im Alltag?
Wir haben zehn Besitzer des Alber Aktiv über einen Zeitraum von vier Wochen befragt. Die häufigsten Aussagen fassen wir hier zusammen:
- „Die Federung macht einen riesigen Unterschied – auf dem Kopfsteinpflaster in der Altstadt fühle ich mich sicherer und die Arme tun weniger weh.“ (Ulrike, 72) – Dies bestätigt unsere Messergebnisse.
- „Ich finde den Rollator ein bisschen schwer zu lenken, wenn ich ihn auf weichem Boden schiebe. Aber auf Asphalt läuft er wie geschmiert.“ (Jürgen, 78) – Das liegt an der trägen Masse – für lockeren Kies ist er weniger geeignet.
- „Die Griffe sind bequemer als bei meinem alten Rollator, aber ich vermisse einen höheren Lenker. Zum Glück kann man die Stange verstellen.“ (Monika, 65) – Der Verstellbereich ist ausreichend, aber extrem große Personen (über 195 cm) brauchen eventuell eine Verlängerung.
Ein häufig genannter Kritikpunkt war die mangelnde Entlastung der Vorderräder auf sehr weichem Untergrund. Hier könnte ein breiterer Reifen helfen, aber das wäre auf Kosten der Wendigkeit. Insgesamt bewerten die Besitzer den Fahrkomfort im Alltag mit 8,2 von 10 Punkten.

Häufig gestellte Fragen
Wie viel Gewicht hält die Federung des Alber Aktiv Rollators aus?
Die Federung ist für ein Nutzergewicht bis maximal 130 kg ausgelegt. Leichtere Personen (unter 60 kg) können die Federung als zu straff empfinden – dann hilft das Reduzieren des Federwegspiels. Eine Anleitung hierfür finden Sie im Artikel Federung einstellen.
Lässt sich der Alber Aktiv auf glatten Innenböden (Fliesen) schieben?
Ja, aber die Gummireifen erzeugen ein leichtes Rollgeräusch, das auf polierten Fliesen störend sein kann. Für die reine Wohnungsnutzung ist der Alber eher nicht optimal – hier sind Hartplastikreifen leiser. Im Alltag reicht die Gleitfähigkeit jedoch aus, und die weichen Reifen verhindern Schäden an empfindlichem Parkett.
Kann ich die Federung selbst nachjustieren?
Ja, es gibt eine Einstellschraube an der Vordergabel, mit der die Vorspannung der Feder erhöht oder verringert werden kann. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in diesem Ratgeber. Beachten Sie, dass bei zu weicher Einstellung die Federung durchschlagen kann.
Ist der Alber Aktiv auch für größere Menschen geeignet?
Der höhenverstellbare Sitz und die Lenkstange passen Personen von etwa 155 bis 190 cm Körpergröße. Sehr große Personen (über 190 cm) könnten den Sitz zu niedrig finden. Die detaillierten Maße finden Sie im Beitrag Maße und Traggriff.
Wie pflege ich die Federung und die Räder?
Die Federung ist weitgehend wartungsfrei. Reinigen Sie die Gabel regelmäßig von Sand und Schmutz mit einem feuchten Tuch. Die Radlager sollten einmal jährlich nachgefettet werden. Ausführliche Pflegetipps finden Sie unter Pflege und Reinigung.
Kann ich den Rollator auch auf Treppen benutzen?
Nein, der Alber Aktiv ist nicht für den Einsatz auf Treppen konstruiert. Die gefederte Vorderachse könnte bei ruckartigen Bewegungen einknicken. Für Treppentransporte ist der Rollator zusammengeklappt zu tragen – wie das geht, zeigt der Artikel Klappmechanismus.



